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Elternabend "Gefahren des Internets"

Daria Zamarlik, Mitarbeiterin der Forensik.IT GmbH und Bildungsreferentin für Neue Medien informiert sowohl über die Nutzung als auch über die Gefahren von sozialen Netzwerken, beliebten Smartphone-Apps, Cyber-Grooming, Cyber-Mobbing, Tauschbörsen, Downloads und Streamings.

 

Ein Mann Ende 20 spricht in einem Chat ein 13-jähriges Mädchen an. Er macht ihr Komplimente, bringt sie dazu, die Webcam anzuschalten und sich auszuziehen – das alles innerhalb von nur 9 Minuten. Er will immer mehr und als das Mädchen sich weigert, erpresst er sie mit Aufnahmen, die er zuvor mitgeschnitten hatte.

Es schockiert, welchen Gefahren gerade Kinder und Jugendliche, die im Internet unterwegs sind, ausgesetzt sind. Die Referentin Daria Zamarlik, die in ihrem Job bei der Forensik.IT GmbH tagtäglich Cyber-Grooming-Chats wie den oben beschriebenen liest und das Ausgesetztsein der Kinder mitbekommt, ließ sich als Bildungsreferentin für Neue Medien fortbilden und versucht nun durch Informationsveranstaltungen und Workshops sowohl Eltern als auch Schüler zu sensibilisieren.

Während der beiden an unserer Schule veranstalteten Informationsabende, wurden die Besucher nicht nur durch die Beschreibung von Cyber-Grooming-Fällen wachgerüttelt, sie bekamen auch Strategien und Tipps an die Hand, welche Auswege es aus solchen Situationen gibt. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche Screenshots von „verdächtigen“ Chats oder WhatsApp-Nachrichten machen oder die Chats speichern. Der Chatverlauf sollte nachvollziehbar sein und der Name (Nickname) des Chatpartners bekannt. Nicht weil man sonst den Betroffenen nicht glaubt, sondern zu Ermittlungszwecken und gegebenenfalls zum Einleiten eines Verfahrens.
Internetseiten, die Betroffenen von Cyber-Grooming helfen können, sind unter anderem folgende:

Außerdem gibt es das Jugendtelefon, bei dem sich Kinder und Jugendliche unter der Nummer 116 111 Beratung holen können.

Auch die Polizei steht für Fragen zur Verfügung. Ist man sich allerdings noch nicht sicher, ob man den Fall zur Anzeige bringen will, sollte man die Formulierung „Was wäre wenn ...“ verwenden, da die Polizei andernfalls Ermittlungen aufnehmen muss.

Für das an der Schule auftauchende Problem des Cyber-Mobbings können sich Betrof-fene ebenfalls im Internet Hilfe holen. Folgende Internetseiten helfen hier:

Neben Cyber-Grooming waren die Nutzung von sozialen Netzwerken, Apps, Tauschbörsen, Downloads und Streaming Themen des Abends. Zu diesen Themen hat Daria Zamarlik FactSheets erstellt, die auf der Seite von Ecpat heruntergeladen werden können.

Fazit der Informationsveranstaltung war, dass Kinder und Jugendliche sowohl für die Gefahren des Internets sensibilisiert werden müssen, als auch in ihrem Selbstvertrauen Stärkung erfahren sollten, damit sie, sollten sie Cyber-Grooming oder Cyber-Mobbing erfahren, sich an ihre Vertrauenspersonen wenden. Die BZgA hat folgenden Elternratgeber herausgegeben, in dem unter anderem erklärt wird, wie man sich wem anvertrauen kann, wie man Kinder stärkt, usw.:
http://www.bzga.de/infomaterialien/praevention-sexueller-kindesmissbrauch/
 
Auch jugendschutz.net und Klicksafe geben viele Info-Broschüren heraus, die man sich bestellen kann.
 
Unter http://www.internet-beschwerdestelle.de kann man rechtswidrige Inhalte im Internet melden.

Die beiden an unserer Schule veranstalteten Informationsabende sollen nur ein Startschuss sein für ein Medienbildungsprogramm, in dem wir unsere Schüler zu einem mündigen Umgang mit den Neuen Medien heranführen wollen.

Isabel Gleuwitz
(MIB-Tutorin)